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Branchenimpuls Maschinenbau · 20. Oktober 2026
Wer in diesen Monaten mit Geschäftsführern aus dem Maschinenbau spricht, hört oft denselben Satz: Wir warten erst einmal ab. Die Produktion sinkt 2026 voraussichtlich das vierte Jahr in Folge, Budgets kommen auf den Prüfstand, offene Stellen bleiben liegen. Auch in der Führungsebene.
Bei den Positionen, die über die nächsten Jahre entscheiden, halten wir das für einen Fehler. Die Aufträge ziehen bereits wieder an, und der VDMA rechnet für 2027 mit Wachstum. Wer erst dann mit der Suche beginnt, ist zu spät dran.
Die Zahlen sind gemischt. Im September hat der VDMA seine Prognose für 2026 erneut gesenkt und erwartet jetzt ein reales Minus von 2 Prozent. In den ersten sieben Monaten lag die Produktion gut 4 Prozent unter dem Vorjahr. Dazu kommt der Stellenabbau: Ende 2025 arbeiteten rund 22.000 Menschen weniger in der Branche als ein Jahr zuvor, und mehr Unternehmen planen weiteren Abbau als Neueinstellungen.
Auf der anderen Seite stehen die Aufträge. Von Januar bis August lagen sie real 4 Prozent über dem Vorjahr, in den Sommermonaten sogar 7 Prozent, vor allem dank des Exports. Für 2027 rechnet der Verband mit einem Produktionsplus von 3 Prozent.
Euphorie ist trotzdem nicht angebracht. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA, weist selbst darauf hin, dass das Plus zum Teil auf einem schwachen Vorjahr und einigen Großaufträgen beruht. Was fehle, sei eine echte neue Investitionsdynamik. Die Erholung kommt also, aber sie fällt niemandem in den Schoß.
Eine neue Geschäftsführerin oder ein neuer Werkleiter ist nicht nach drei Wochen voll wirksam. Bis Jemand die Organisation, die wichtigsten Kunden und die Eigenheiten des Marktes kennt, vergehen Monate. Wer erst sucht, wenn die Auftragsbücher wieder voll sind, verliert diese Zeit genau dann, wenn sie am meisten kostet. Und er sucht gleichzeitig mit allen anderen.
Hinzu kommt etwas, das es in Boomphasen kaum gibt: Viele Unternehmen bauen gerade um. Bereiche werden zusammengelegt, Hierarchieebenen gestrichen. Dadurch sind erfahrene Führungskräfte ansprechbar, die sonst fest im Sattel säßen.
Und dann ist da die Demografie, die sich von keiner Konjunkturdelle beeindrucken lässt. Der VDI schätzt, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 340.000 Fachkräfte aus Ingenieurberufen und IT Berufen in Rente gehen könnten. Nach Prognosen des IAB beginnt das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland ab 2026 ohnehin zu schrumpfen. Die Flaute verdeckt den Mangel im Moment nur. Sobald es wieder aufwärts geht, wird er umso deutlicher.
Nicht jede Vakanz ist gleich dringend. Aus unserer Arbeit im Maschinenbau sehen wir vor allem bei diesen Rollen Handlungsbedarf:
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Spitze selbst. In einer aktuellen PwC Studie gaben 46 Prozent der deutschen Topführungskräfte an, die Gründe für die Transformation in ihrem Unternehmen nicht gut genug zu verstehen. Wie soll jemand einen Wandel erklären, den er selbst nicht ganz durchdrungen hat?
Wer jetzt eine Stellenanzeige schaltet, wird vermutlich enttäuscht. Laut der Wechselbereitschaftsstudie von XING und Forsa sind 2026 nur noch 34 Prozent der Beschäftigten offen für einen Jobwechsel, ein Jahr zuvor waren es 36 Prozent. In unsicheren Zeiten bleiben die Leute lieber, wo sie sind.
Das gilt erst recht für Führungskräfte, die gerade erfolgreich sind. Sie lesen keine Stellenbörsen. Erreichen kann man sie nur direkt, über ein Netzwerk und in einem Gespräch, das vertraulich bleibt. Und überzeugen lassen sie sich selten allein über das Gehalt, sondern über eine klare Antwort auf die Frage: Wohin will dieses Unternehmen, und welche Rolle spiele ich dabei?
Eine Fehlbesetzung ist nie billig. In der Krise ist sie besonders teuer, weil die Zeit fehlt, sie zu korrigieren. Ein paar Dinge helfen.
Halten Sie das Anforderungsprofil schlank. Lieber drei Kompetenzen, die in den nächsten Jahren wirklich zählen, als eine lange Liste, auf die niemand passt. Wir haben darüber schon einmal unter dem Stichwort eierlegende Wollmilchsau geschrieben.
Gehen Sie diskret vor. Wenn intern umgebaut wird, sorgt jedes Gerücht für Unruhe, in der Belegschaft genauso wie bei Kunden.
Verlassen Sie sich nicht nur auf das Bauchgefühl. Strukturierte Interviews und eine fundierte Eignungsdiagnostik machen Entscheidungen belastbarer.
Und entscheiden Sie zügig. Gute Kandidaten haben auch in schwierigen Zeiten mehr als ein Angebot.
Bei LUCID EXECUTIVE SOLUTION tragen wir einen Teil des Risikos mit: Jedes angenommene Mandat ist durch unsere Besetzungsgarantie abgesichert, ohne Aufpreis, und ein Großteil unseres Honorars ist erfolgsbasiert.
Die Lage im Maschinenbau ist angespannt, keine Frage. Aber die Weichen für den nächsten Aufschwung werden jetzt gestellt, nicht erst, wenn er da ist. Wer heute die richtigen Leute an die entscheidenden Stellen setzt, hat 2027 einen Vorsprung, den andere nur schwer aufholen.
Die WirtschaftsWoche hat uns 2024 und 2025 als BESTE Personalberater im Maschinenbau und Anlagenbau sowie in der Medizintechnik ausgezeichnet. Wenn Sie gerade über eine Schlüsselbesetzung nachdenken, sprechen wir gern mit Ihnen darüber.
Eine Frage zum Schluss: Welche Position in Ihrem Unternehmen würden Sie heute besetzen, wenn die Konjunktur keine Rolle spielte?